Fallbeispiele

Die hier aufgeführten Gemeinden sind als Fallbeispiele am Modellvorhaben beteiligt. Die Informationen zu den Siedlungsentwicklungsprojekten sollen die gemachten Erfahrungen anderen interessierten Gemeinden zugänglich machen. Die Fallbeispiele befassten sich mit Fragen der Zentrumsentwicklung sowie der Innenentwicklung auf Quartiersebene.

Sämtliche der im Rahmen des Modellvorhabens durchgeführten Prozesse gliederten sich in übergeordnete Fragestellungen ein, d.h. es gab vorgelagerte Verfahren, an die sich die Arbeit im Modellvorhaben anschloss. Die Ergebnisse der informellen Prozesse aus dem Modellvorhaben wurden dokumentiert und in politisch getragene strategische Instrumente oder reguläre Planungsprozesse überführt.

Die Fallbeispiele wurden mit dem Ziel lanciert, eine Lösung für die jeweiligen Fragestellungen zu finden, die den Übergang zur Umsetzung erlaubt. Um dies zu erreichen, wurden die Prozesse spezifisch für die jeweilige Problemstellung konzipiert und ausgestaltet. In informellen dialogischen Prozessen, erfolgte die Erarbeitung von Entwicklungskonzepten in einem «Pingpong» zwischen der Gemeinde, dem Planungsteam und der Eigentümerschaft. Die Steuerung des Pingpong-Prozesses erfolgte durch eine eigens dafür gebildete Begleit- oder Arbeitsgruppe, die mit Vertreter/-innen aus Politik und Verwaltung sowie Planungs- und Moderationsexperten besetzt war. Die Begleit- oder Arbeitsgruppe sichtete das Erarbeitete und bereitete die nächste partizipative Runde vor. Abschliessend erfolgte die Übergabe an den Gemeinderat und die Überführung in strategische oder planungsrechtliche Instrumente.

 

Prozessgestaltung im «Pingpong» zwischen Gemeinde, Planungsfachleuten und Eigentümerschaft; Darstellung: Hochschule Luzern, CCTP

Das Vorgehen der Hochschule Luzern und ihrer Partner im Modellvorhaben verfolgte einen sozialräumlichen Ansatz. Sozialräumlich orientierte Ansätze berücksichtigen neben dem gebauten Raum (Gebäude, ihre Anordnung, gestalterische Elemente) auch den repräsentativen Raum (Geschichte und besondere Bedeutung des Quartiers) und den gelebten Raum, wie er von allen Akteuren (Bewohnenden, Eigentümer/-innen, Architekturschaffenden oder Planenden sowie Gemeindeverwaltung und -politik) wahrgenommen und gelebt wird. Sozialräumlich orientierte Methoden gehen möglichst ergebnisoffen an eine Entwicklung heran und integrieren Meinungen, Bedürfnisse, Entwicklungsvorstellungen und -prioritäten sowie Einwände der Beteiligten.

Wichtige Bedingungen des Gelingens waren:

  • Informieren und sensibilisieren: Auftraggeber und Absender aller Informationen ist die Gemeinde.
  • Analysieren der Ausgangssituation: Der sozialräumliche Zugang heisst, dass die Analyse nicht nur aus einer Perspektive erfolgt. Die verschiedenen Wahrnehmungen, Interpretationen und Vorstellungen werden aufgenommen und im Dialog diskutiert. Dazu gehört auch, das Expertenwissen mit dem Laienwissen zu verbinden.
  • Erarbeiten einer gemeinsamen Problemwahrnehmung und Zielformulierung: Eine gemeinsame Analyse lässt eine kollektive Sichtweise entstehen, die von den Beteiligten mitgetragen wird.
  • Erarbeiten eines Konzepts anhand von Entwicklungsvarianten: Durch die Mitarbeit sämtlicher Akteure (Fachleute und Laien) am Konzept klärt sich, welche Stossrichtung oder Lösung stimmig ist, welche auf Akzeptanz stösst und unter Berücksichtigung von ökonomischen Aspekten, Standortfragen und Eigentümerabsichten machbar ist.
  • Rückkoppeln der Zwischenergebnisse an Entscheidungsträger: Aufgrund der Ergebnisse der Partizipation müssen häufig Abklärungen getroffen werden, die eine Entscheidung auf politischer Ebene bedingen.

In der Beschreibung der Fallbeispiele finden Sie Informationen zu:

  • den Herausforderungen bzw. der Problemstellung, mit denen die Gemeinden konfrontiert waren,
  • dem Prozessdesign, welches die Hochschule Luzern mit den Gemeinden für die jeweilige Problemstellung konzipierte,
  • dem inhaltlichen Vorgehen des Projektteams, welches in der Regel zweistufig erfolgte, über eine Ausarbeitung von Szenarien und die anschliessende Vertiefung eines Kernszenarios,
  • den Ergebnissen, d.h. den entstandenen strategischen Instrumenten bzw. regulären Planungsinstrumenten und dem anschliessenden Prozess,
  • einen kurzen Steckbrief mit den wichtigsten Eckpunkten,
  • und Links und Dokumente zu weiterführenden Informationen.

Aesch (BL)
Ballwil
Emmen
Entlebuch
Oberwil (BL)
Schüpfheim
Sempach
Ufhusen