Oberwil (BL)

Herausforderung

Ausgehend von der Innenentwicklungsstrategie der Gemeinde Oberwil (2014), wurde gemeinsam mit den GrundeigentümerInnen des Gebietes «Talstrasse, Marbachweg, Langegasse, Hallenstrasse» ermittelt, welche Möglichkeiten für eine qualitätsvolle Verdichtung hinsichtlich Nutzung und Baumasse bestehen. Die Fallstudie des Modellvorhabens wurde mit dem Ziel lanciert, ein Konzept zu erarbeiten, welches der künftigen Entwicklung im Gebiet zugrunde gelegt werden kann und die Qualität des Gebietes wahrt.

Prozessdesign

Zunächst erfolgte eine Informationsveranstaltung für die Grund- und HauseigentümerInnen im Gebiet «Talstrasse, Marbachweg, Langegasse, Hallenstrasse». An der Informationsveranstaltung wurde das geplante Vorgehen vorgestellt und ermittelt, welche Qualitäten und Entwicklungsmöglichkeiten die Grund- und HauseigentümerInnen im Gebiet sehen. Anschliessend erfolgten einzelne Interviews mit den GrundeigentümerInnen zu ihren Entwicklungsvorstellungen, sowie eine Abklärung der ortsbaulichen Bedingungen.

In einem zweiten Schritt wurden, ausgehend von den Ergebnissen der Informationsveranstaltung, den Interviews mit den Eigentümschaften sowie den ortsbaulichen Analysen, drei Varianten zur baulichen Weiterentwicklung des Gebietes erstellt. Da das Gebiet einen relativ grossen Perimeter umfasst, erfolgte die Bearbeitung separat für einen nördlichen und einen südlichen Handlungsraum. Die Varianten wurden bei einem Workshop den Grund- und HauseigentümerInnen zur Diskussion gestellt. Insbesondere wurden die Chancen und Herausforderungen der verschiedenen Varianten besprochen und wichtige Elemente der Varianten identifiziert. Aussderdem erfolgte eine Diskussion zu allgemeinen Themen wie möglichen Gebäudehöhen, Grenzabständen oder eigenen Bauvorhaben und dem Interesse an einer Beteiligung bei der Erarbeitung eines Quartierplans. Die Erkenntnisse aus dem Workshop dienten dem Projektteam für die weitere Bearbeitung und es wurde eine Begleitgruppe von interessierten Eigentümerschaften gebildet, welche sich in die weitere Bearbeitung einbringen konnte. Die Eigentümerschaften konnten zudem weitere Rückmeldungen bei der Gemeinde eingeben.

Die favorisierten Varianten aus dem ersten Workshop wurden durch das Projektteam weiter detailliert und ein Vorschlag für das weitere Verfahren erarbeitet. Diese Ergebnisse wurden den Haus- und GrundeigentümerInnen bei einem zweiten Workshop vorgestellt und erneut diskutiert. Die Diskussion erfolgte aufgeteilt nach den beiden Handlungsräumen Nord und Süd. Für den südlichen Handlungsraum wurde Feedback zu der weiterentwickelten Variante hinsichtlich Chancen und Hindernissen eingeholt. Für das nördliche Handlungsfeld wurde das weitere Vorgehen im Hinblick auf ein Quartierplanverfahren diskutiert. Dabei standen Rückmeldungen zum Quartierplanverfahren, der zeitliche Rahmen und die Rolle der EigentümerInnen und der Gemeinde im Zentrum.

Varianten

Um die Frage zu beantworten, wie sich die Innenentwicklungsstrategie der Gemeinde im Gebiet «Talstrasse, Marbachweg, Langegasse, Hallenstrasse» städtebaulich und architektonisch umsetzen lässt, entwickelte das Projektteam für die beiden Handlungsräume Nord und Süd jeweils drei verschiedene Varianten. Die Erstellung der Varianten erfolgte auf Grundlage der Inputs aus der Informationsveranstaltung, der Interviews mit einzelnen EigentümerInnen aus dem Gebiet und der ortsbaulichen Analysen. Pro Variante wurden zudem verschiedene Entwicklungsschritte für eine gestaffelte Umsetzung aufgezeigt.

Detaillierte Visualisierung der favorisierten Varianten

Favorisierte Variante

Für den nördlichen Handlungsraum wurde die Variante (2)«Höfe» favorisiert, für den südlichen Handlungsraum ebenfalls die Variante (2) «Gartenhöfe». Als Vorteile der Variante «Höfe» im nördlichen Handlungsraum wurde genannt, dass diese praktikabel ist im Bezug auf An- und Umbauten, sie eine höhere Ausnützung erlaubt und sowohl Nord-Süd- als auch Ost-West-Ausrichtungen aufweist. Als Nachteil wurde genannt, dass die Ecken des Handlungsraums unattraktiver sind im Vergleich zu anderen Varianten. Beim Handlungsraum Süd wurde erwähnt, dass die Höfe Geborgenheit schaffen und ebenfalls Möglichkeiten für eine höhere Ausnützung für alle Eigentümerschaften gegeben sind.

Planungsinstrument und weiterer Prozess

Als Planungsinstrument für das weitere Verfahren wurden Entwicklungsziele definiert, welche als Grundlage für ein Quartierplanverfahren im Gebiet «Talstrasse, Marbachweg, Langegasse, Hallenstrasse» dienen. Die Entwicklungsziele regeln Themen wie beispielsweise die Aussenraumgestaltung, die Parkierung, das Nutzungsmass und das angestrebte Verfahren für die weiteren Schritte. Im nördlichen Handlungsraum wurde durch die Eigentümerschaft die Erstellung eines Quartierplans beschlossen, während im südlichen Handlungsfeld Änderungen erst im Zuge einer künftigen Revision des Zonenreglements Siedlung (ZRS) realistisch sind.

Steckbrief

Auftrag:                                              Gemeinde Oberwil; Amt für Raumplanung arp, Kanton Basel-Landschaft
Dauer März 2015 – April 2016
Aufgabe: Entwicklung zentrumsnahes Wohngebiet
Instrument im Modellvorhaben: Formulierung Entwicklungsziele als Grundlage für Quartierplanverfahren oder Nutzungsänderungen im Rahmen einer Revision des ZRS
Prozess: Vorgelagerte Verfahren Kommunaler Richtplan von 2012 und Innenentwicklungsstrategie für die Gemeinde 2014 (Metron AG)
Im Modellvorhaben

Quartierentwicklungsprozess – Erarbeiten von Entwicklungsstrategien für die beiden Handlungsräume Nord und Süd

Formulierung von Entwicklungszielen für Quartierplanverfahren oder Nutzungsänderungen im Rahmen einer Revision ZRS
Anschliessende Verfahren Quartierplan (Handlungsraum Nord)
Partizipative Methoden:                 
  • Information der Eigentümerschaft zum Vorgehen im Modellvorhaben
  • Eigentümerinterviews zur Sondierung der Interessen
  • Konsultation Eigentümerschaft zu Konzeptentwicklung
  • Bildung einer Arbeitsgruppe Eigentümerschaft / Gemeinde zur Quartierplanerarbeitung
Involvierte Externe:

Metron Raumplanung AG

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