Rolle und Verantwortlichkeit

Rolle und Verantwortlichkeiten der Gemeinden

Das 3x3 der nachhaltigen Siedlungsentwicklung  erläutert im Kapitel 5.1 die Rollen und Verantwortlichkeiten von Städten und Gemeinden bei der Umsetzung der Anforderungen, die sich aus dem revidierten RPG ergeben. Die nachfolgenden Punkte stützen sich auf diese Ausführungen:

Entwicklung einer massgeschneiderten Strategie für die Siedlungsentwicklung nach innen (entwickeln, transformieren, bewahren)

Die Ortsplanung hat basierend auf einer Innenentwicklungsstrategie mit qualitativen und quantitativen Zielen, Potentialen und Rahmenbedingungen zu erfolgen. Kommunale Leitbilder und Strategien zur generellen Gemeindeentwicklung bilden dafür eine wichtige Basis.

Aktives Bodenmanagement betreiben (Reserven erheben, Reserven aktivieren, aktive Boden- und Liegenschaftspolitik)

Ziel eines aktivne Bodenmanagements ist die Steuerung der vorhandenen Potentiale und das Erkennen neuer Spielräume. Eine aktive Bodenpolitik kann über den Kauf und die Vermittlung von Schlüsselgrundstücken, die Lancierung und Förderung von städtebaulichen Verfahren und Arealentwicklungen sowie dem partnerschaftlichen, kooperativen Einbezug der Privaten erfolgen.

Integrale Quartierentwicklung (sozialräumliche und städtebauliche Entwicklung / Partizipation)

Da mit der verstärkten Innenentwicklung eine Reihe an unterschiedlichen Interessen aufeinander treffen ist eine integrale Sicht auf neue und bestehende Quartiere erforderlich. Fragen nach der Art der baulichen Nutzung, sozialen Struktur, Freiraumqualität und dem Quartiercharakter stehen dabei im Zentrum. Zu diesen Fragen ist die Bevölkerung in den Gemeinden und Quartieren aktiv einzubeziehen. Dabei ist die qualitative Aufwertung z.B. durch eine verbesserte Erschliessung, lokale Dienstleistungen, eine Aufwertung des Freiraums oder anderen Quartierangeboten zentral, um die bauliche Dichte als Mehrwert wahrnehmbar zu machen.


Aus dem teilrevidierten Richtplan des Kantons Luzern (2015) ergeben sich unter anderem folgende Aufgaben für die Gemeinden:

S1-4 Kommunale Siedlungsleitbilder inkl. Etappierung

In den Siedlungsleitbildern sind Aussagen zur Siedlungsentwicklung nach innen (Umnutzung, Erneuerung, Verdichtung, Aufwertung) zu treffen sowie zu den  Entwicklungsmöglichkeiten in unter- und ungenutzten Bauzonen (Bauzonenreserven). Dabei sind auch Standorte für das bedürfnisgerechte Wohnen aufzuzeigen. Zudem ist darzulegen, wie die Gemeinde den aktuellen Bauzonenflächenbedarf pro Einwohner hält bzw. senkt.

S2-3 Förderung kompakter und dichter Siedlungsformen

Die Förderung kompakter und dichter Siedlungsformen erfolgt unter anderem durch:

  • eine Bezeichnung von Gebieten mit erheblichem Innenentwicklungspotential,
  • der Unterstützung der Umnutzung, Verdichtung, Aufwertung und Erneuerung von bestehenden Quartieren,
  • einer qualitativ hochwertigen Gestaltung und städtebaulichen Einbindung der Siedlungselemente sowie die Einhaltung von orts- und quartierspezifischen Qualitäten.

S2-6 Siedlungsausstattung mit Grün-, Frei- und Naherholungsräumen sowie Siedlungsökologie

Zur Wahrung der Lebensqualität in Wohn- und Arbeitsgebieten sind diese angemessen mit Grün-, Frei- und Naherholungsräumen auszustatten und dabei so anzulegen, dass sie für alle Bevölkerungsteile gut erreichbar sind.
Dies auch mit Hinblick auf folgende Aspekte:

  • Aufwertung  von öffentlichen Räumen und die Sicherung ihrer Multifunktionalität, 
  • ökologische Vernetzung im Siedlungsraum, 
  • klare Definition und Gestaltung der Siedlungsränder.